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Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna
25. August 20266 min Lesezeit
Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna

Fünf Jahre im Rettungswagen, acht Jahre in der Beatmungstechnik, heute Senior Produktmanager für eine digitale Wunddokumentation. Matthias erzählt, wie er zur Medizin kam, welche Wundmanagerin er schon im Alltag begleitet hat und was sein Berufswunsch als Kind war.

Matthias, du hast schon früh im Leben zur Medizin gefunden. Wie genau kam das?

Ich glaube, es fing damit an, dass ich schon als Jugendlicher in der Jugendfeuerwehr war, weil diese Blaulichtwelt mich immer interessiert hat. Dann kam eins zum anderen, und statt militärischem Wehrdienst habe ich ein FSJ im medizinischen Fahrdienst gemacht: Behindertentransporte oder Fahrten von zu Hause zum Arzt für ältere Menschen.

Das lief unter der Leitung des Rettungsdienstes, und so kamen die Kontakte zu dieser Welt. Es folgte die Ausbildung zum Rettungssanitäter, inklusive Praktikum auf der Rettungswache und im Krankenhaus. Ich hatte dabei so viel Spass, dass ich im Selbststudium noch deutlich mehr gelernt habe, als ich für die Ausbildung gemusst hätte.

Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna © Canva / huettenhoelscher

Also habe ich einfach weitergemacht und noch den Kurs zum Rettungsassistenten absolviert. Das ist eine zweijährige staatliche Ausbildung, nach der du die Notfälle selbst führst. Das erste Jahr habe ich in Chemnitz gemacht, wo ich herkomme, fürs zweite Jahr ging es dann nach Köln auf die Rettungswache.

Dort habe ich dann eine ganze Weile gearbeitet. Genauer gesagt war ich auf der Feuer- und Rettungswache 1 in der Kölner Innenstadt. Zehn bis zwölf Einsätze an einem normalen Tag sind da nichts Ungewöhnliches. Das ist viel, aber in der Grossstadt normal, weil du kurze Wege hast.

Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna © Canva / Xurzon

Eine ganze Menge konkreter klinischer Erfahrung. Und danach warst du acht Jahre lang bei einem Medizinproduktehersteller?

Ja, genau. Neben der Zeit im Rettungsdienst war ich ausserdem in einer ambulanten Anästhesie tätig, darauf folgte noch ein Maschinenbaustudium in Köln. Meine Bachelorarbeit hat mich dann zu einem Hersteller für Beatmungstechnik in Hamburg gebracht.

Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna © imito AG / Matthias Lehmann

Dort habe ich schon früh gemerkt, dass ich den Kontakt mit Kunden am spannendsten finde. Zu verstehen, was Nutzer wirklich brauchen und wie man ihre Probleme löst. Deshalb bin ich dort Produktmanager geworden. Wir haben auch die Zertifizierung zum Medizinprodukt Klasse II durchgeführt. Eine Erfahrung, die mir bei imito sehr zugutekommt.

Du hast also Erfahrung von der klinischen wie von der technischen Seite. Wie sieht es konkret mit Wunden aus?

Chronische Wunden oder Dekubitus sind für mich noch Neuland, umso wichtiger ist es mir, jetzt alles zum Thema und zum Alltag der Anwender zu erfahren. Schon kurz nach meinem Start bei imito war Myriam Seifert, die Wundmanagerin der Asklepios Klinik Wandsbek, so hilfsbereit, dass ich einen Tag mitlaufen durfte. Sie nutzt imito seit rund zehn Jahren und war sofort offen dafür.

Mitlaufen im wahrsten Sinne des Wortes: Neben ihren geplanten Patienten kam immer wieder jemand auf sie als Wundexpertin zu, ungefähr so: "Kannst du da noch kurz schauen? Ich habe hier noch einen Patienten, der hat so eine Wunde, die hat er schon länger." Sie hat zusätzliche Arbeit unterwegs eingesammelt. Das war spannend, live zu sehen.

imito gibt dir also einen Wunden-Crashkurs. Gibst du dem Team demnächst auch einen Erste-Hilfe-Crashkurs?

Ja, absolut möglich. Darüber könnte ich wirklich aus dem Stand zehn Minuten erzählen, das kenne ich in- und auswendig. Und Anastasiya, mit der ich täglich an WoundGenius arbeite, hat die Ausbildung zur Rettungssanitäterin auch gemacht - wir wären also sogar zu zweit.

Hast du schon mal im Flugzeug Erste Hilfe geleistet?

Nein, tatsächlich noch nicht. Aber das würde gut passen, denn mein erster Berufswunsch als Kind war ohnehin Pilot. Später durfte ich einmal ein Wochenende in der Luftrettung hospitieren, das war ein grosser Traum von mir - Notfallmedizin und Fliegen zu verbinden. Meinen Pilotenschein habe ich mir für meine 40er vorgenommen. Eine kleine Cessna, so etwas in der Richtung, würde ich gern fliegen. Wie ich gehört habe, bin ich damit im Team nicht allein, Artem lernt auch gerade fliegen.

Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna © Canva / jondpatton

Zum Abschluss - wen bewunderst du?

Ich kann keine einzelne Person nennen, aber was ich immer mehr bewundere, gerade im Kontext meiner eigenen kleinen Familie: ältere Menschen, die noch fit sind. Die, die noch viel von ihrem Leben haben und es bewusst wahrnehmen. Das ist, wo ich in 40 Jahren sein möchte. Deshalb ist "fit bleiben" eines meiner Ziele - vor allem für meine Kinder und irgendwann Enkelkinder, damit ich mit denen noch viel Freude haben kann.

Matthias Lehmann - Blaulicht, Beatmungsgeräte & eine Cessna © Canva / freemixer

Ich sehe es so: Deine eigene Gesundheit kannst du auf der einen Seite viel steuern. Auf der anderen Seite bist du bei einer schweren Erkrankung auf einmal ziemlich aufgeschmissen, selbst wenn du alles richtig gemacht hast. Das hat mich im Rettungsdienst geprägt: Du kommst in Situationen, in denen (junge) Menschen zehn Minuten vorher selbst nicht damit gerechnet hätten, dass sie gleich in diese Situation geraten. Ein schwerer Unfall, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall. Da sieht man danach vieles anders.

Lieben Dank Matthias - wer fünf Jahre lang zu Menschen gefahren ist, die Hilfe brauchen, bringt einen anderen Blick auf Software mit, die im Alltag wirklich hilft. Wir freuen uns auf alles, was von deiner Perspektive in WoundGenius landet.

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